Transhumanismus - Mensch 2.0


In diesem Eintrag beschäftigen wir uns mit dem Phänomen “Transhumanismus”, das in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Relevanz gewonnen hat.

Die Wurzeln des Transhumanismus

Die Transhumanismusbewegung ist dem Ideenkomplex des Posthumanismus entsprungen und im Grunde nur die logische Konsequenz, beziehungsweise pragmatische Umsetzung posthumanistischer Überlegungen. Darum zunächst eine kleine Einführung in den Posthumanismus aus Wikipedia:

[Die Posthumanisten] vereint der Gedanke, dass die biologische Menschheit den Gipfel ihrer Evolution bereits erreicht hat und die nächste Entwicklung von intelligentem Leben in den Händen der künstlichen, computergestützten Intelligenz liegt, die in vielen Bereichen dem Menschen überlegen sein könnte.

Der Posthumanismus beschreibt also ein Entwicklungszeitalter nach der Menschheit. […] Ein posthumanes Wesen kann also auch als Kreatur beschrieben werden, die durch eine Erweiterung der physischen und psychischen Fähigkeiten entsteht. Posthuman kann allerdings auch bedeuten, dass eine Einheit von menschlicher und künstlicher Intelligenz geschaffen wird und dass das Bewusstsein in einen fremden Körper oder Computer geladen wird. Beispiele dafür können eine Veränderung des menschlichen Organismus durch Nanotechnologie oder einer Kombination von Gentechnik, Psychopharmakologie, lebensverlängernde Maßnahmen, neurale Schnittstellen, gedächtniserweiternde Drogen und tragbare oder implantierte Computertechnologie sein.“

Die Grundlagen von Post- und Transhumanismus sind also folgende:

Die Evolutionstheorie. Der Mensch hat die höchste Form der biologischen Evolution erreicht und ist nun in der Lage, sein evolutives Schicksal selbst zu bestimmen. Es ist die ethische Pflicht der Menschheit, alle Formen der Technologie zur Verbesserung der Lebensqualität und Optimierung der biologischen Maschine „Mensch“ zu nutzen. Ein Begriff dafür ist auch „Evolutionärer Humanismus“.

Technologie/ Technologische Singularität: Technologie und wissenschaftliche Forschung sind die zentralen Elemente in Post- und transhumanistischen Überlegungen. Besonderes Interesse gilt hier der Nanotechnologie, Gen- und Biotechnologie, der Informationstechnologie und KI sowie den Kognitionswissenschaften. Durch Technologie soll die Menschheit fähig werden sich von allen Leiden zu erlösen. Technologische Singularität bezeichnet den Zeitpunkt, ab dem Maschinen sich mittels künstlicher Intelligenz selbst verbessern können und so den technischen Fortschritt massiv beschleunigen.

Die Idee der vereinten Menschheit/ vereinten Welt: Alle führenden Transhumanisten sehen das wahre Potential ihrer Idee erst in einer vereinten Welt verwirklicht. Der nächste evolutionäre Sprung der Menschheit muss global vollzogen werden. Ein Begriff dafür ist auch “Singularity”, eingeführt vom Transhumanisten Ray Kurzweil. Dieser Begriff beschreibt einen totale Transformation der Menschheit zu einer posthumanen Kreatur.

Eugenik: Die Ursprünge des Transhumanismus liegen in der eugenischen Wissenschaft. Auch heutzutage ist die genetische Verbesserung des Menschen eine der Hauptaufgaben in transhumanistischen Überlegungen. Auf Grund der negativen geschichtlichen Erfahrung will man nicht mehr auf eine staatlich verordnete, sondern auf eine sogenannte “freiwillige Eugenik” setzen.

In Filmen, Games und auch in Musikvideos sind diese Themen in den letzten Jahren immer häufiger zu beobachten: Die "Robotisierung" von Menschen und die Vermenschlichung von Robotern. Weil Bilder oft mehr sagen als Worte, hier eine kleine Auswahl von transhumanistischen Themen aus der aktuellen ScheinWelt:
Deus Ex Human Revolution▼
















Der Transhumanismus ist- obwohl die Begrifflichkeit den meisten nicht geläufig ist- hochaktuell. Je nachdem wie weit oder wie eng der Begriff gefasst wird, leben wir bereits in einer prä- transhumanistischen Epoche. Wissenschaft und Technik sind längst die Motoren unserer Gesellschaft geworden und haben das menschliche Leben in den letzten Jahren massiv verändert. Wir Menschen passen unser Verhalten immer schneller neuen Technologien an. Die Frage dabei ist, inwiefern sich die Technik unseren Bedürfnissen oder sich unsere Bedürfnisse der Technik anpassen und welche Komponenten des menschlichen Wesens auf dem rasenden Weg des Fortschritts möglicherweise verlorengehen.

Auch die Utopie einer vereinten Welt, die gänzlich auf die Grundsätze von Forschung und Wissenschaft vertraut birgt große Gefahren für die Freiheit des Individuums. Zwar wird das Ende von körperlichen Leiden versprochen, doch die zweifelsohne große Entfremdung des Menschen von seinem eigentlichen Selbst, welche die Verschmelzung von Künstlichem und Natürlichem mit sich bringt wird ausgeklammert. 

Auch muss man bedenken, dass gute Absichten nicht unbedingt Gutes hervorbringen. So sprechen viele Transhumanisten begeistert von einer komplett überwachten und vernetzten Welt, in der es keine Verbrechen mehr gibt. Dass eine solche Welt unter libertären Gesichtspunkten betrachtet mehr Alptraum als Hoffnung ist, sollte den meisten klar sein.

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